EUROPA, quo vadis?

Pressemitteilung

Die SPD Jugendorganisation des Unterbezirks Alzey-Worms lud am Samstag, den 19. November ins Bürgerbüro der SPD in Alzey ein. Die Anwesenden waren im Alter von 15 bis 79 Jahren.

Zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann und einer Gruppe rumänischer und bulgarischer Studenten von der FH Worms, die im Rahmen des ERASMUS-Programms ein Semester in Worms Wirtschaft studieren, wurde zunächst die geschichtliche Bedeutung der Europäischen Gemeinschaft aufgegriffen.

Dass Europa schon mehr als 50 Jahre von großen Kriegen befreit ist- und das ganz alleine schon eine unwahrscheinlich große Errungenschaft ist, stellte Heinrich Keuper von der AG 60 plus dabei entscheidend heraus.

Bei der anschließenden Diskussion, die sich danach schnell auf die Finanzkrise zubewegte, wurde schnell deutlich, dass man die Krise nicht nur auf europäischem Boden zu betrachten hat. Ferner sind die europäischen Märkte auf der gesamten Welt vertreten und vernetzt. Dies veranschaulichte Klaus Hagemann anhand von Grafiken des Statistischen Bundesamtes.

 Tobias Perlick von den Jusos Alzey-Worms warb in diesem Zusammenhang verstärkt dafür, dass die Entscheidungsprozesse der EU noch weiter demokratisiert werden. Es könne nicht sein, dass die wichtigen Entscheidungen noch immer von Nationalstaaten im Rat getroffen werden. Der Einfluss des Parlamentes wurde zwar in den letzten Jahren gestärkt, jedoch können einzelne Staaten noch immer notwendige Entscheidungen im Eigeninteresse blockieren, was den politischen Prozess lähmt. Auch das Prinzip der sogenannten Hedge-Fonds und Leerverkäufen, also dem spekulativen Handel von Finanztiteln, die einem faktisch nicht gehören, sei seiner Meinung nach drastisch einzuschränken.

 Ein weiterer Diskussionsbeitrag eines Gastes kritisierte die Informationsproblematik: Zwar kann man täglich in diversen Talkshows Diskussionen zur Thematik verfolgen, jedoch sind diese oftmals für den „Normalbürger“ nicht nachzuvollziehen. Dies löse Unsicherheit in der Bevölkerung aus. Eine anwesende rumänische Studentin bestätigte das auch aus ihrer Erfahrung. „In Rumänien glaubt man derzeit nicht daran, dass Europa nochmal Herr der Krise werden kann“, gibt sie zu bekennen. Ein Referendum über die Einführung des Euros würde sehr wahrscheinlich scheitern, die sehr hohe Inflationsrate des Landes sei ohnehin schon sehr schlecht für die Arbeitnehmer. Des Weiteren fürchte man eine noch stärkere Abwanderung von hochqualifizierten Kräften aus dem Land. Dass die EU wieder mit einer Stimme sprechen und geschlossen auftreten müsse, war aus der Runde schnell zu vernehmen.

Unterschiedliche Meinungen gab es hinsichtlich der Erhöhung des Eigenkapitals von Banken. Einigen ging diese Forderung zu weit, weil man hierbei die „guten“ Banken mit den sog. Investmentbanken, die maßgeblich die Verursacher der Krise waren, auf eine Ebene stelle. Auch die Einführung einer Transaktionssteuer konnte nicht final geklärt werden. Während Klaus Hagemann dafür plädierte, dass Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen sollte, sorgte sich Tobias Perlick darum, was geschehe, wenn die übrigen Nationen in der EU nicht mitziehen. Es dürfe seiner Meinung nach keine unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen in der europäischen Finanzwirtschaft geben, sondern eine europäische Lösung angestrebt werden.

Nach der etwa dreistündigen Diskussion waren alle Teilnehmer sehr zufrieden mit der Veranstaltung und man verständigte sich auf eine Fortsetzung der Runde im Frühjahr 2012. Ob das Thema dann immer noch die Finanzkrise sei, wurde

 

Homepage Jusos Kreis Alzey-Worms

 

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